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Detailansicht einer der Wände der Synagoge von Córdoba

Die Welterbestädte Ávila, Segovia, Toledo, Cáceres und Córdoba gehören dem Netz der spanischen Judenviertel an, denn sie zeichnen sich durch ihr bedeutendes hebräisches Kulturerbe aus. Der Glanz der berühmten Synagoge von Córdoba, die wundervolle Synagoge El Tránsito in Toledo (und ihr Sephardisches Museum), die verwinkelten Gassen und die Häuser, die in den alten Judenvierteln von Ávila und Cáceres erhalten sind sowie das didaktische Zentrum des Judenviertels in Segovia sind gute Beispiele dafür. Ein Bummel durch diese Städte ist ein echtes Eintauchen in die Vergangenheit.

In Ávila In der Stadt sind diverse Zeugnisse der jüdischen Präsenz erhalten. So beispielsweise in der Calle Reyes Católicos ein großer Teil des früheren Rabbinerhauses, in dem heute ein Hotel untergebracht ist. Am Plaza del Pocillo dagegen liegt ein Bau, der im 15. Jahrhundert eine Synagoge war. Diese Gegend bis zum Adaja-Tor ist das frühere Judenviertel der Stadt. Darauf weist schon die verwinkelte Struktur der typisch jüdischen Straßenführung hin. Hinter dem Malaventura-Tor befindet sich der Garten des Moshe de León, dem Autor der „Zohar“. Auch die Vorstädte San Segundo und El Puente waren Bereiche, wo die Juden ihren Handwerken nachgingen. In Cáceres Das jüdische Viertel liegt innerhalb der schützenden Stadtmauern im unteren, schrofferen Teil der Stadt. Der zentrale Bau ist die Wallfahrtskapelle San Antonio, die den Platz der früheren Synagoge einnimmt. Dazu kommt das neue Judenviertel, das ab 1478 entstand, als die Zusammenfassung aller Juden in einem einzigen Wohngebiet außerhalb der Stadt angeordnet wurde. Diese Gegend besitzt gerade verlaufende Straßen mit Gebäuden jüngeren Datums. Nur ganz am Anfang ist noch ein Abschnitt mit vorkragenden Räumen erhalten, die mit Balkonen in die Straße hineinragen. In Córdoba Im 10. bis 12. Jahrhundert erfuhr das sephardische Judentum in Córdoba zusammenfallend mit der islamischen Besetzung eine neue Blüte. Zahlreiche Monumente erinnern an ihre Präsenz, vor allem die Synagoge (die einzige in Andalusien), der Alkazar der Christlichen Könige, die Statue des Philosophen Maimonides (RaMbaM) und in der Calle Hasday Ibn Shaprut. Nach der Rückeroberung durch die Christen blieb die jüdische Bevölkerung in ihrem antestammten Viertel, der „aljama“ aus arabischer Zeit. Es war von der übrigen Stadt durch eine Mauer getrennt und erstreckte sich auf die heutigen Straßen Calle Judíos (wo sich die Synagoge befindet), Tomás Conde, Romero und Averroes mit den Plätzen Cardenal Salazar, Judá Leví und Maimónides. In Segovia Das mittelalterliche Judenviertel nimmt den südlichen Teil des ummauerten Stadtbereichs ein. Ein Rundgang kann am Plaza del Corpus Christi beginnen, wo sich die Alte Hauptsynagoge befindet. Anschließend sollte man das Didaktische Zentrum des Judenviertels besuchen, das viel Information über das Legat der hebräischen Kultur liefert. Weiter geht es ins Interpretationszentrum der Stadtmauer, das im Stadttor San Andrés untergebracht ist. Dort ist ein Teil der Mauerkrone begehbar. Vom Wehrgang aus bieten sich interessante Blicke auf das Judenviertel und den jüdischen Friedhof. Die jüdische Nekropole ist zweifellos eines der wichtigsten Zeugnisse der jüdischen Präsenz in Segovia. In Toledo Das Judenviertel erstreckte sich auf den heutigen Stadtteil San Martín zwischen dem Stadttor El Cambrón und dem Tajo. Ein dichtes Netz von Mauern und mit Toren verschlossenen Gassen verband die verschiedenen Teile des Judenviertels untereinander und mit der restlichen Stadt. Zu den Stellen, die man unbedingt besuchen sollte, zählen unter anderem die Synagoge El Tránsito (mit dem Sephardischen Museum), die wundervolle Synagoge Santa María la Blanca, der Palast von Samuel Ha-Levi (heute El-Greco-Museum), das Museum Santa Cruz (mit hebräischen Gräbern), die Calle de la Judería und das Stadttor El Cambrón.